Porrione74

siena sfondo.jpeg

Die Quellen von Siena

fontebranda.jpeg

Meisterwerke aus Wasser

tw-12

In einer Stadt, die auf drei steilen Hügeln erbaut ist und fern von großen Flüssen liegt, war die Wasserversorgung über Jahrhunderte eine epische Herausforderung, gelöst dank eines genialen Systems, dessen monumentale Brunnen das schönste Zeugnis sind. Diese Bauwerke waren keine einfachen Zisternen, sondern echte bürgerliche Monumente, Zentren des sozialen und wirtschaftlichen Lebens der Sieneser Viertel.

Die Königin der Brunnen ist zweifellos Fontebranda, im Gebiet der Contrada dell'Oca gelegen. Sogar von Dante Alighieri in der Göttlichen Komödie erwähnt, versorgte diese mächtige gotische Anlage mit ihren drei großen Spitzbogenarkaden nicht nur die Bürger mit Wasser, sondern auch die zahlreichen Gerber- und Weberbetriebe, die im Tal blühten. Unweit davon stellt die Fonte Gaia auf der Piazza del Campo den monumentalen Endpunkt der Bottini dar: Heute bewundern wir eine Kopie aus dem 19. Jahrhundert des Originals von Jacopo della Quercia, doch ihre Präsenz symbolisiert weiterhin die Freude (daher der Name „Gaia“), mit der die Sieneser 1343 die Ankunft des Wassers im Herzen des Platzes begrüßten.

Beim Erkunden der verborgensten Stadtteile entdeckt man Schätze wie die Fonte Nuova d'Ovile mit ihren eleganten gotischen Linien oder die Fonte di Pescaia, die heute das Wassermuseum beherbergt. Jeder Brunnen war streng in drei Becken gegliedert: das erste für Trinkwasser, das zweite zum Tränken der Tiere und das dritte zum Waschen der Wäsche.

Die Brunnen von Siena zu besuchen bedeutet, einer kühlen und stimmungsvollen Route zu folgen, fernab der wichtigsten Touristenströme, um die tatkräftige Seele einer Stadt zu entdecken, die es verstand, eine lebenswichtige Notwendigkeit in ein kollektives Kunstwerk zu verwandeln.

die Neugier

der Rat

die Anziehung

 Das Wassermuseum Oberhalb der Räume der Fonte di Pescaia gelegen, ist dieses multimediale Museum ideal, um zu verstehen, wie das unglaubliche Bottini-System funktioniert. Durch Videos und interaktive Modelle kannst du im Untergrund „reisen“ und entdecken, wie es den alten Sienesern gelang, das Wasser mit einer auf den Millimeter berechneten Neigung in die Stadt zu bringen. Ein faszinierender, lehrreicher Besuch für Erwachsene wie auch für Kinder.

Die Drei Becken Betrachte aufmerksam den Aufbau jeder Quelle: du wirst immer drei klar getrennte Ebenen sehen. Das mittelalterliche Gesetz war äußerst streng: wer das erste Becken (für den menschlichen Gebrauch) mit schmutziger Wäsche oder Tieren verunreinigte, wurde hart bestraft. Dieses Trennsystem erlaubte, das Wasser für drei verschiedene Zwecke wiederzuverwenden und sicherte Hygiene und das Überleben der Stadt auch in Dürrezeiten.

Der Quellenweg Statt den großen Einkaufsstraßen zu folgen, plane einen „peripheren“ Spaziergang entlang der Quellen. Von Fontebranda aus gehst du hinab zur Fonte Nuova d'Ovile und wieder hinauf zur Fonte di Follonica. Es ist eine Route, die dich in die grünsten und stillsten Ecken Sienas führt und dir Blicke auf die Mauern und die inneren Täler schenkt, die die meisten Touristen nie sehen werden.

Touristeninformation

Zugänglichkeit: Fast alle Brunnen liegen im Freien und sind jederzeit kostenlos zugänglich. Sie sind auch nachts stimmungsvoll beleuchtet.

 

Route zu Fuß: Achtung bei Steigungen! Die Brunnen liegen oft in den tiefsten Punkten der Stadt („flache Täler“). Stell dich auf steile Anstiege ein, um zurück zur Piazza del Campo oder zum Dom zu gelangen.

 

Trinkwasser: Auch wenn das Wasser der monumentalen Brunnen heute aus hygienischen Gründen nicht als trinkbar gilt, ist die Stadt voller moderner Trinkbrunnen („nasi“) mit frischem, sicherem Wasser: Nimm eine Trinkflasche mit zum Auffüllen.